„Alltägliche Entscheidungen sind politisch“ – Blackout Problems im Interview

Blackout Problems vegan VeggieWorld Festival
Foto: Bernhard Schinn

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Die Alternative-Rock-Band Blackout Problems aus München ist Teil des Line-Ups unseres ersten VeggieWorld Festivals vom 09.-10.09.2022 in Dortmund. Für sie ist die Musik ein Werkzeug, um politischen Aktivismus und Systemkritik zu üben, um Gefühle der Wut, Verwirrung und des Mitgefühls zu kanalisieren. Wir haben mit Blackout Problems über musikalischen Aktivismus, Inspiration und Veganismus gesprochen.

 

 

Im letzten Jahr habt ihr euer Album „Dark“ veröffentlicht, welches sich u.a. mit dem politischen Weltgeschehen auseinandersetzt. Seht ihr euch als Musiker in der Verantwortung, Politisches zu thematisieren und verfolgt ihr mit der Themenauswahl ein bestimmtes Ziel?

Neben dem ver- und aufarbeiten von Emotionen und Gefühlen ist es uns in unseren Texten sehr wichtig, Menschen für die Themen unserer Zeit zu sensibilisieren. Jeder von uns trifft unzählige Entscheidungen am Tag und nicht wenige davon sind auch politisch. Egal ob es die Hafermilch im Supermarkt oder der Onlineeinkauf von Kleidung ist. Wir alle haben die Möglichkeit, mit unseren Entscheidungen und Aktionen die Welt positiv zu verändern – jede:r in seinem Umfeld und so gut er kann.

 

 

Wenn ihr euch die Welt nach euren eigenen Vorstellungen konstruieren könntet, wie würde sie aussehen? Was muss sich ändern? Welche Werte sind euch als Band wichtig?

In einer „perfekten“ Welt pflegen wir einen respektvollen und fairen Umgang mit Mensch, Tier und Natur. Verzichten auf Überflüssiges und tun damit der Umwelt etwas gutes. Wir übernehmen endlich Verantwortung und schenken unserem Planeten die Veränderung, die er verdient und dringend benötigt. Momentan leider alles Fiktion und eher eine Utopie. Als Band ist es uns sehr wichtig, unseren CO2 Fußabdruck so klein wie möglich zu halten. Wir sind im Jahr viele Kilometer auf Europas Autobahnen unterwegs, deshalb ist es uns um so wichtiger auf unseren Produktionen, aber auch die restliche Zeit im Alltag, auf Nachhaltigkeit zu achten.

 

 

Was inspiriert euch musikalisch? Wodurch wird eure Musik geprägt?

Von Bruce Springsteen, Moderat und Sam Fender über Frank Carter, Bon Iver und Turnstile. Diese Musik und noch vieles mehr läuft sehr häufig auf und ab während langen Sprinter-Fahrten. Musik inspiriert uns meistens dann, wenn sie es schafft, modernes Songwriting mit bewährten Strukturen zu collagieren.

 

 

Natürlich interessiert uns, ob ihr euch selbst vegan ernährt. Wie steht ihr zum Thema Veganismus?

Wir alle ernähren und seit vielen Jahren sehr bewusst. Einige von uns verzichten auch ganz auf tierische Bestandteile in Mahlzeiten, Getränken und Kleidung. Vegan ist viel mehr als „nur“ eine Art sich zu ernähren. Durch den bewussten Verzicht auf tierische Produkte setzt man ein nachhaltiges und politisches Zeichen für mehr Tierschutz – gegen Tierleid, weniger CO2 Emissionen, weniger Ausbeutung und eine bessere Zukunft.

 

Drei Personen von hinten auf einer Wiese sitzend im Hintergund Menschen und große Zelte

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